„Rettet die Bienen!“ – Mit dieser Devise erlangten die Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt in Bayern das beste Ergebnis, das je ein Volksbegehren im Freistaat eingefahren hat. Mit markigen Worten zum Naturschutz lässt sich derzeit ohnehin gut Stimmung machen: „Unser Haus brennt“ oder „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ der erst kürzlich von Katrin Göring-Eckardt zur Prophetin erhobenen schwedischen Umweltaktivistin, Greta Thunberg, belegen dies eindeutig.

Doch bei aller Kritik gegenüber dem Tugendfuror, den viele der Friday-for-future-Demonstranten – bewusst oder unbewusst - befeuern und den die Grünen nur allzu gerne politisch ausschlachten: Das grundsätzliche Anliegen, die Schöpfung zu bewahren, bleibt richtig.

Zunächst jedoch zurück zur Rettung der Bienen: Vermeintliche Umwelt- und Klimaschützer suggerieren nur zu gerne das bevorstehende Aussterben der Honigbiene – Biene Maja stirbt! Es ist bemerkenswert, wie emotional gewisse Gruppen argumentieren und wie offenkundig sie die Fakten verdrehen. Denn es ist nicht die Honigbiene, der das Aussterben droht. Solange es Menschen gibt, die sich der Imkerei verschreiben, wird es Honigbienen geben. Das Problem ist der Bestand der ca. 560 heimischen Wildbienenarten. Von ihnen stehen mittlerweile über 50% auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Ein einschneidender Verlust der Nistmöglichkeiten in Großstädten sowie mangelnde Nahrungsquellen machen den kleinen Nutztieren zu schaffen. Dabei haben Wildbienen einen enormen ökologischen und ökonomischen Wert für unsere Gesellschaft: Die Bestäubungsleistungen von Mauerbiene und Co. sind weitaus höher als die der Honigbiene – die Apfel- und Birnenernte verdanken wir zu einem großen Teil den Wildbienen. Der monetäre Wert der Insektenbestäubung in Europa wird dabei auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Hier zeigt sich eindrücklich, wie wichtig der Artenschutz für uns alle ist.

Aus diesem Grund haben wir bereits 2018 ein Zeichen gegen das Wildbienen- und Insektensterben allgemein gesetzt. Ohne dumpfe Parolen, ohne „symbolisches“ Schule schwänzen und gewiss ohne den Anspruch, gleich die ganze Welt zu retten, sondern ganz konkret vor Ort. Während des vergangenen Stadtfestes in Bad Wünnenberg haben wir 200 kleine Tüten mit bienen- und insektenfreundlichen Blühmischungen an die Besucher verteilt. Kornblume, Goldmohn, Türkische Melisse und viele andere Blumenarten, deren Nektar vielen Insekten als Nahrungsquelle dient und die ganz nebenbei auch noch gut aussehen, blühen bald wieder in manchem Bad Wünnenberger Garten.

In diesem Jahr verteilt die Junge Union kreisweit kleine Blühmischungen und setzt damit ein Zeichen für mehr Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. Weder grüne Apologeten, noch Greta Thunberg und schon gar nicht unsere Blühmischungen werden die Welt retten. Mehr ökologisch wertvolle Pflanzen in unseren Vorgärten, auf städtischen Grünflächen und Ackerstreifen werden aber Honigbienen, Wildbienen und andere Insektenarten das Jahr überstehen lassen. Das ist zwar nicht besonders cool, dafür bekommt man keinen freien Tag und kommt auch nicht medienwirksam vor das Brandenburger Tor. Doch letztlich wissen wir, dass wir zumindest einen kleinen Baustein pragmatischen Naturschutzes leisten konnten.

Für die großen Bausteine wird es nun auf die Union ankommen. CDU und CSU bilden die letzte verbliebene Volkspartei Deutschlands. In Berlin muss man endlich das Thema Naturschutz als Kernthema christdemokratischer Politik erkennen – denn nichts anderes ist die Bewahrung der Schöpfung. Kann die Union eine Antwort auf den grünen Populismus geben? – Es ist sehr zu hoffen! Denn einen ideologisch motivierten Kahlschlag des deutschen Industriestandortes durch die Grünen kann sich unser Land genauso wenig leisten, wie ein blindes weiter so. Im Kreis Paderborn setzen wir gerne einen Anfang für einen pragmatischen Umweltschutz. Nachahmung erwünscht!

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